Pressemitteilung – 21. Juli 2026
Ertrinken ist in Österreich die häufigste tödliche Unfallursache bei Kindern unter 5 Jahren, die zweithäufigste bei 5–14-Jährigen. Rund um den Welttag der Ertrinkungsprävention der Weltgesundheitsorganisation WHO am 25. Juli macht der Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE gemeinsam mit der Clownin Popolina, der Stadt Graz und der Freizeit Graz mit Badesicherheitsshows und Infokampagnen auf Gefahren im und am Wasser aufmerksam.
Horrorszenario Ertrinken: schnell, lautlos, in wenigen Zentimetern Wassertiefe
Im Zeitraum 2022 bis 2025 starben in Österreich 14 Kinder (0–14 J.) durch Ertrinken. Etwa gleich viele weitere erlitten durch den Ertrinkungsunfall aufgrund des Sauerstoffmangels lebenslange, teils schwere Behinderungen. Univ.-Prof. Dr. Holger Till, Präsident des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE und Vorstand der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz, betont: „Das besonders Tückische am Ertrinken ist, dass bereits wenige Zentimeter Wassertiefe und 3 bis 5 Minuten genug sind, um ein junges Leben zu beenden oder lebensverändernde, schwere körperliche und geistige Beeinträchtigungen nach sich zu ziehen. Zudem ertrinken Kinder meist lautlos und unauffällig – also ohne laut um Hilfe zu schreien oder wild zu gestikulieren.“
Neben Ertrinkungsunfällen ereignen sich auch zahlreiche weitere Badeunfälle. So werden alleine nach Unfällen rund um Wasserrutsche und Sprungturm/-brett bis zu 850 Kinder und Jugendliche (unter 18 J.) österreichweit jährlich im Krankenhaus behandelt.
„Mit einigen Sicherheitstipps kann man Kinder im und am Wasser sehr gut schützen“, betont Till. „Dazu zählen u. a. die volle Aufmerksamkeit der erwachsenen Aufsichtsperson, die Investition in die Schwimmkenntnisse der Kinder sowie die eigenen Erste-Hilfe-Kenntnisse, die Vermittlung der Baderegeln und das Sichern von privaten Pools/Teichen.“
Badesicherheits-Mitmach-Shows schaffen spielerisch Bewusstsein
Um auf die Gefahren und Sicherheitstipps im und am Wasser aufmerksam zu machen, finden rund um den Welttag der Ertrinkungsprävention („World Drowning Prevention Day“) der Weltgesundheitsorganisation WHO Badesicherheits-Mitmach-Shows der Clownin Popolina (alias Julia Schwarzbauer) in Kooperation mit dem Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE und unterstützt von der Stadt Graz und der Freizeit Graz statt.
Unter dem Motto „Spaß im Nass – aber sicher!“ vermittelt Clownin Popolina den jungen Badegästen eindrücklich und spielerisch viel Wichtiges zu deren Schutz beim Baden. Im Programm möchte Popolina ihren Tag im Schwimmbad einfach nur unbeschwert genießen. Leider ist sie sich jedoch nicht bei allen Baderegeln ganz sicher. Gut, dass ihr die Kinder helfen können, diese richtig zu interpretieren: „Stopp! Popolina, schau auf das Schild! Reinspringen verboten!“, brüllt das junge Publikum zum Beispiel, als sie gerade zum Kopfsprung ins Miniplanschbecken ansetzen will. So können die Kinder die Clownin gerade noch rechtzeitig vor dieser und zahlreichen weiteren Unfallszenarien und -risiken schützen.
Der Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE verteilt im Zuge dieser Badesicherheitsshows das Bilderbüchlein „Annas Badeurlaub“ sowie Folder mit den wichtigsten Sicherheitstipps. „Wir freuen uns, dass wir in Kooperation mit der Clownin Popolina sowie mit Unterstützung der Stadt Graz und der Freizeit Graz die Möglichkeit haben, auf das so wichtige Thema ‚Badesicherheit‘ aufmerksam zu machen“, so Till.
Jugend- und Familienstadträtin Claudia Unger: „Die Sicherheit unserer Kinder in den Grazer Schwimmbädern ist mir ein Herzensanliegen. Der Verein ‚Große schützen Kleine‘ und die Clownin Popolina leisten mit ihren Aktionen einen wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung und Prävention – damit Kinder und ihre Eltern die sommerlichen Badetage unbesorgt genießen können.“
Holding-Graz-Vorstand Mark Perz: „Die Sicherheit unserer Badegäste hat für die Freizeit Graz höchste Priorität. Unser Ziel ist es, allen Besuchern einen sicheren, angenehmen und erholsamen Aufenthalt in unseren Bädern zu ermöglichen. Dafür setzen wir auf qualifiziertes Bade- und Aufsichtspersonal, klare Haus- und Badeordnungen sowie eine enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden. Unsere Mitarbeiter sind laufend präsent, sprechen Gäste bei Regelverstößen konsequent an und setzen die geltenden Sicherheitsmaßnahmen konsequent um. Darüber hinaus legen wir großen Wert auf Prävention. Mit Angeboten wie den Badesicherheitsshows für Kinder fördern wir das Bewusstsein für sicheres Verhalten im und am Wasser bereits in jungen Jahren. Ergänzend unterstützen Initiativen wie „Luisa geht schwimmen“ Badegäste dabei, in unangenehmen Situationen rasch und unkompliziert Hilfe zu erhalten. Wir appellieren an alle Besucher, respektvoll miteinander umzugehen und die Badeordnung einzuhalten. Nur gemeinsam können wir dafür sorgen, dass unsere Bäder Orte der Erholung, des Sports und des unbeschwerten Badevergnügens bleiben.“
Termine der Badesicherheitsshows mit Clownin Popolina in den Grazer Bädern:
Aktuell ist Halbzeit bei den beliebten Badesicherheitsshows der Clownin Popolina. Zwei Termine stehen noch bevor:
Straßganger Bad: 22. Juli
Augartenbad: 26. Juli (Ersatztermin bei Schlechtwetter: 29. Juli)
Beginn jeweils 14.00 Uhr
Sicherheitstipps rund ums kühle Nass
- Kinder im und am Wasser immer beaufsichtigen!
- Verlassen Sie sich nicht auf Schwimmhilfen!
- Mit auffälliger, neonfarbener Badekleidung sind Kinder im Ernstfall (vor allem in trübem Gewässer) rascher aufzufinden.
- Älteren Geschwistern nicht die Aufsicht übertragen!
- Bringen Sie Kleinkindern bei, nur mit Erwachsenen ans und ins Wasser zu gehen, und größeren Kindern, immer nur zu zweit zu schwimmen!
- Wenn das Kind plötzlich verschwunden ist: Suchen Sie immer zuerst dort, wo Wasser ist!
- Zumindest für kleinere Kinder empfehlen sich in Planschbecken und Schwimmbad rutschfeste Badeschuhe.
- Besprechen Sie mit Ihrem Kind die wichtigsten Baderegeln!
- Achtung bei Kindergruppen, gerade in der Pubertät: mehr Kinder, mehr „Kreativität“ und „Imponierverhalten“. Erklären Sie Ihren Kindern, dass es ein schmaler Grat zwischen Spaß und Ernst sein kann, vor allem beim Tauchen, Springen und Rutschen!
Privater Pool/Teich
- Pools/Biotope/Teiche mit etwa 1,5 m hohem Zaun und selbstschließender Tür sichern oder mit einer versperrbaren Überdachung ausstatten. Planschbecken nicht gefüllt herumstehen lassen! Regentonnen sicher verschließen/abdecken!
- Wägen Sie gut ab: Muss ein privater Pool wirklich jetzt schon sein oder wollen Sie lieber damit warten, bis die Kinder älter sind und bereits gut schwimmen können?
- Für private Pools gibt es elektronische Sicherheitssysteme, die Alarm schlagen, wenn ein Kind unbeobachtet ins Wasser geht oder zu ertrinken droht.
- Poolaufsicht bestimmen: Bei Kinder- und Grillpartys sollte immer klar vereinbart werden, welcher Erwachsene gerade für die Poolaufsicht zuständig ist.
- Schaffen Sie eine sichere Poolumgebung (Achtung bei Steinen, scharfen Kanten/Ecken)!
- „Hochpool“: Bedenken Sie die Gefahr des Herunterstürzens von der Leiter und die des Herausstürzens über den Poolrand!
Wasserrutsche und Sprungturm/-brett
- Hinweise beachten
- Vorsicht beim Aufstieg/auf der Leiter (Sonnenmilch, Wasser, Gedränge)
- Nicht drängeln/schubsen, ausreichenden Abstand einhalten
- Nicht in Bauchlage/im Stehen … rutschen
- Nach dem Eintauchen Bahn schnellstmöglich freimachen
- Vor dem Springen schauen, ob die Eintauchstelle frei ist; dem „Vorspringer“/der „Vorspringerin“ genügend Zeit zum Wegschwimmen lassen!
- Stichwort Imponierverhalten, Gruppendruck und Risikolust: Sich niemals zu etwas überreden lassen und auch andere nicht zu etwas drängen!
Alle Badesicherheitstipps und weitere Tipps zu sämtlichen Kindersicherheitsthemen finden Sie auch auf www.grosse-schuetzen-kleine.at