Jährlich werden österreichweit bis zu 850 Kinder und Jugendliche (unter 18 J.) nach einem Wasserrutschen- oder Sprungbrett-/turm-Unfall im Spital behandelt. Symbolbild, gen. m. KI
Pressemitteilung – 9. Juli 2026
Ohne Wasserrutsche und Sprungbrett wäre ein Tag im Freibad, am Badesee oder in der Therme für Kinder und Jugendliche wohl nur halb so lustig. Jährlich landen in Österreich jedoch bis zu 850 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nach einem Wasserrutschen- oder Sprungturm/-brett-Unfall im Krankenhaus. Der Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE gibt Tipps für den ungetrübten Badespaß.
An der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz werden pro Jahr etwa 30 Kinder und Jugendliche (unter 18 J.) nach Wasserrutschen-Unfällen behandelt, rund 6 nach Sprungbrett/-turm-Unfällen. Hochgerechnet auf die Steiermark sind das bei der Wasserrutsche bis zu 100, hochgerechnet auf Österreich bis zu 700 Kinder- und Jugendunfälle – für Sprungturm/-brett bedeutet dies steiermarkweit etwa 20, österreichweit bis zu 150 Unfälle, nach denen unter 18-Jährige in Spitälern versorgt werden.
Wasserrutsche
Die langjährige Beobachtung der an der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz behandelten Unfallopfer zeigt: Von den Wasserrutschen-Unfällen betroffen ist gleichermaßen die Altersgruppe der 5–9-Jährigen wie auch die der 10–14-Jährigen. Der Altersdurchschnitt beträgt entsprechend neun Jahre. Burschen verunfallen häufiger als Mädchen: Etwa zwei Drittel der jungen Unfallopfer sind männlich, ein Drittel ist weiblich.
Rund 4 von 10 Verunfallten erleiden schwere Verletzungen, circa 10 % müssen stationär behandelt werden. Zwei Drittel der Verletzungen betreffen den Kopf – ein auffällig hoher Wert im Vergleich mit anderen Freizeitunfällen.
Jede/r fünfte Verunfallte erleidet Zahnverletzungen, bei rund 7 % wird ein Schädel-Hirn-Trauma diagnostiziert“, weiß Univ.-Prof. Dr. Holger Till, Präsident des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE und Vorstand der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz.
„Häufigste Verletzungsursache ist das Anhauen während des Rutschens (über 60 %) – nicht selten beim Rutschen auf Knien oder im Stehen, gefolgt von der Kollision mit einer anderen Person auf der Rutschfläche (rd. 20 %). Vereinzelt kommen außerdem das Ausrutschen rund um die Leiter/den Rutschenzugang sowie das Herunterstürzen von der Leiter oder der Rutsche vor. Ein klassisches Unfallmuster in puncto Zahnverletzungen ist das Ausschlagen der Zähne beim Rutschen in Bauchlage am Rutschenende“, so Dr. Peter Spitzer, Leiter des Forschungszentrums für Kinderunfälle des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE.
Sprungturm/-brett
„Die Unfallzahlen mögen hier nicht allzu hoch erscheinen, der Sturz aus der (großen) Höhe und die harte Umgebung (Betonboden bzw. glatte Wasseroberfläche) bedeuten jedoch eine erhebliche Unfallenergie. Ein falsches Eintauchen ins Wasser bzw. ein unkontrolliertes Aufschlagen auf der Wasseroberfläche oder ein Draufspringen einer nachfolgenden Person kann schwerste Verletzungen, wie z. B. eine Querschnittlähmung, nach sich ziehen“, betont Till. Hier zeigt die langjährige Beobachtung der an der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz behandelten Unfallopfer folgendes Bild: Rund ein Drittel der Verletzungen bei Sprungturm-/Sprungbrett-Unfällen betrifft den Kopf, ein weiteres Drittel die Beine und Füße. Jedes vierte Unfallopfer erleidet schwere Verletzungen, an die 20 % der jungen Patient:innen müssen stationär behandelt werden.
Durchschnittlich sind die Unfallopfer elf Jahre alt. Rund zwei Drittel der Unfälle entfallen auf die Altersgruppe der 10–14-Jährigen. Es zeigt sich ein massiver Überhang bei den Burschen: etwa 8 von 10 Verunfallten sind männlich. „Hier spielt wohl die Pubertät sowie das damit verbundene Imponierverhalten, der Gruppendruck und die Risikolust eine nicht zu unterschätzende Rolle“, vermutet Spitzer.
Klassische Unfallmuster rund um den Sprungturm/das Sprungbrett sind das Anhauen beim Saltoversuch, das Ausrutschen beim Wegspringen oder Federn, der Absturz vom Turm auf den Betonboden, unkontrolliertes Einschlagen auf die Wasseroberfläche sowie das Ausrutschen und Abstürzen auf/von der Leiter bzw. Treppe.
Sicherheitstipps Wasserrutsche und Sprungturm/-brett
- Hinweise beachten
- Vorsicht beim Aufstieg/auf der Leiter (Sonnenmilch, Wasser, Gedränge)
- Nicht drängeln/schubsen, ausreichend Abstand einhalten
- Nicht in Bauchlage/im Stehen … rutschen
- Nach dem Eintauchen Bahn schnellstmöglich freimachen
- Vor dem Springen schauen, ob die Eintauchstelle frei ist; dem „Vorspringer“/der „Vorspringerin“ genügend Zeit zum Wegschwimmen lassen!
- Stichwort Imponierverhalten, Gruppendruck und Risikolust: Sich niemals zu etwas überreden lassen und auch andere nicht zu etwas drängen