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Brandverletzungen vermeiden: Sicheres Backen und Kochen mit Kindern

v. l. n. r.: AK-Steiermark-Direktor Dr. Johann Scheuch, Indra Kern, Dr. Peter Spitzer (beide GROSSE SCHÜTZEN KLEINE) und AK-Steiermark-Präsident Josef Pesserl mit dem Riesenherd, Foto: AK/Derler

Pressemitteilung – 16. Dezember 2025

 

Köstlicher Lebkuchenduft liegt in der Luft, Kekse werden mit Begeisterung kreativ verziert, dazu wird gerne eine Tasse Tee genossen. Backen und Kochen mit Kindern ist ein wunderbares gemeinsames Erlebnis – gerade in der Weihnachtszeit. Jedoch lauern in der Küche auch große Gefahren für Kinderunfälle. Vor allem Verbrennungen und Verbrühungen haben in der Winterzeit Hochsaison. Im Eltern-Kind-Workshop „Weihnachtsbäckerei“ im AK-Bildungszentrum Graz zeigt der Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE Kindern und Eltern, dass sich Genuss und Sicherheit hervorragend verbinden lassen.

 

Weniger als eine halbe Tasse heiße Flüssigkeit kann für ein Kind lebensgefährlich sein

In Österreich werden jährlich rund 1.600 Kinder (0–14 J.) mit Verbrühungen oder Verbrennungen im Krankenhaus behandelt.[1] Acht von zehn Unfallopfern sind Kleinkinder unter fünf Jahren. Über 90 % dieser spitalsbehandelten Verbrühungen und Verbrennungen bei Kindern ereignen sich im Haushalt bzw. im Wohnumfeld. Bei etwa 60 % der Brandverletzungen handelt es sich um Verbrühungen mit heißen Flüssigkeiten, circa 40 % entfallen auf Verbrennungen, vor allem durch Herd/Kochplatte und Ofen.[2] Bereits ab etwa 50 Grad kann die empfindliche Haut von Kindern ernsthaft geschädigt werden. „Verbrennungen und Verbrühungen sind äußerst schmerzhaft und behandlungsintensiv. Oft bleiben physische wie psychische Narben. Schon thermische Verletzungen ab Grad 2 (Rötung, Blasenbildung, starke Schmerzen) von etwa 10 % der Körperoberfläche können für Kleinkinder lebensbedrohlich sein. Weniger als eine halbe Tasse heiße Flüssigkeit kann für ein Kleinkind also bereits Lebensgefahr bedeuten“, warnt Univ.-Prof. Dr. Holger Till, Präsident des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE und Vorstand der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz eindringlich.

 

„Weihnachtsbäckerei“ für Groß & Klein – Spaß und Sicherheit vereint

In den Workshops „Weihnachtsbäckerei“ der Volkshochschule Steiermark werden sowohl Genuss und Spaß als auch Sicherheit großgeschrieben. Kinder zwischen 2 und 6 Jahren dürfen gemeinsam mit ihren Eltern so richtig kreativ werden: Leckere Kekse und süße Naschereien für die Weihnachtszeit werden gemeinsam gezaubert. Der Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE informierte letzte Woche in Kooperation mit der Arbeiterkammer Steiermark in diesen Kursen über sicheres Kochen und Backen mit Kindern. „Zum Einsatz kam dabei unser Riesenherd, der Erwachsene einlädt, die Perspektive von Kindern einzunehmen und so Gefahren rund um Backrohr, Herdplatte und Wasserkocher aus deren Augen wahrzunehmen. Auch unser Zauberthermometer, das anzeigt, wann Wasser zu heiß ist, um es anzufassen oder zu trinken, verursachte bei Groß und Klein so manchen „Aha-Moment“. Das Geräusche-Quiz rund um potenziell gefährliche Dinge in der Küche war ein weiteres Highlight für die Kleinen. Zum Abschluss erhielten die Backbegeisterten unser Bilderbüchlein ‚Jonas und der Erdbeerkuchen‘, in dem sich alles um das sichere Backen und Kochen mit Kindern dreht“, erzählen die GROSSE SCHÜTZEN KLEINE-Mitarbeiterinnen Indra Kern und Elisabeth Fanninger.

 

AK-Steiermark Präsident Josef Pesserl betont: „Die Kooperation mit GROSSE SCHÜTZEN KLEINE ist uns ein wichtiges Anliegen. Durch die gemeinsame Veranstaltung im AK-Bildungszentrum können wir Eltern und Kinder praxisnah unterstützen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Unfallprävention leisten.“

 

Neben Gefahren für Brandverletzungen ist rund ums Backen und Kochen vor allem beim Mixer und bei scharfen Messern besondere Vorsicht geboten. „Beim Mixen sollte man lange Haare immer zusammenbinden. Hier kann es sonst nicht nur zu abgerissenen Haaren, sondern auch zu Verletzungen der Kopfhaut kommen. Und für kleine Schleckermäulchen gilt: Immer zuerst Mixer ausschalten und ausstecken, bevor der Teig aus der Schüssel gekostet wird“, betont das Team von GROSSE SCHÜTZEN KLEINE.

 

Sicheres Backen und Kochen mit Kindern – die wichtigsten Tipps

Achtung, heiß!

  • Nie etwas Heißes tragen, trinken oder essen, wenn ein (Klein-)Kind in unmittelbarer Nähe ist.
  • Herdschutzgitter und Backrohrsicherung zählen zu den wichtigsten Kindersicherheitsartikeln in einem Haushalt mit Kleinkindern.
  • Versenkbare Bedienknöpfe und Herdschutzgitter, die auch die Bedienknöpfe abdecken, verhindern, dass Kleinkinder den Herd (leicht) einschalten können.
  • Sollte Ihr Backofen außen am Sichtfenster heiß werden, montieren Sie einen Backrohr-Fensterschutz!
  • Achten Sie darauf, dass Pfannenstiele und Kochtopfgriffe immer nach hinten zeigen, also niemals vorne über den Herd ragen! Idealerweise kochen Sie zudem auf den hinteren Herdplatten.
  • Wasserkocher sollten auf der Arbeitsplatte ganz hinten stehen, das Kabel sollte aufgerollt sein. Überschüssiges heißes Wasser schüttet man am besten gleich weg.
  • Tassen/Kannen mit heißen Getränken weit weg von Kindern und vom Rand des Tisches stellen. Auf Tischläufer/-decken, zumindest bei Kleinkindern im Haushalt, verzichten.

Vorsicht, scharf!

  • Mixer: Haare zusammenbinden; Teig aus der Schüssel erst kosten, wenn der Mixer ausgeschaltet und ausgesteckt wurde.
  • Messer: Rutschfeste Schneideunterlage verwenden, Messer gut festhalten, zu schneidenden Gegenstand mit der anderen Hand festhalten. Darauf achten, dass die Finger nie zu nahe an die Klinge kommen!

 

Erste Hilfe, wenn sich ein Kind verbrannt hat [3]

Spülen Sie die Verbrennung sofort ausgiebig mit Wasser.

Rufen Sie bei großflächigen Verbrennungen den Notruf 144 bzw. stellen Sie sicher, dass dies jemand anderes macht.

Legen Sie einen lockeren Verband an.

Bei Kindern kontaktieren Sie auch bei kleineren/leichteren Verbrennungen eine/n Ärztin/Arzt.

 

[1] Quelle: KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit), Unfalldatenbank IDB Austria, 2021–2023

[2] Quelle: KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit), Unfalldatenbank IDB Austria, 2014–2023

[3] Quelle: Österreichisches Rotes Kreuz, www.roteskreuz.at/kindernotfaelle-erste-hilfe-videos/einem-kind-helfen-das-sich-verbrannt-hat