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Rasenroboter machen vor Kinderhänden und -füßen nicht immer Halt!

Für Kinderhände und -füße sind Rasenmäher besonders gefährlich! Bild: Shutterstock

Pressemitteilung – 24. Juni 2020


Rasenmähroboter boomen – und sind eine echte Gefahr für Kinder! Stiftung Warentest vergibt in einer aktuellen Überprüfung für viele Geräte sehr schlechte Noten in puncto „Sicherheit“. Im Test zerschnitten manche Exemplare sogar hölzerne Kinderarme und nachgebaute krabbelnde Füßchen. Der Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE an der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz mahnt zu besonderer Vorsicht im Umgang mit Mähgeräten, wenn Kinder im Garten sind.

 

„Jährlich behandeln wir an der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz im Durchschnitt drei Kinder mit Rasenmäher-Verletzungen. Dennoch: Jeder dieser – oft schweren – Unfälle ist einer zu viel! Außerdem müssen wir aufgrund des Booms der Roboter mit den scharfen Klingen in der nächsten Zeit mit einer Zunahme der Unfallzahlen rechnen“, so Univ.-Prof. Dr. Holger Till, Präsident des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE und Klinikvorstand. Der Kindersicherheitsverein hat alle Unfallhergänge mit Rasenmähgeräten, nach denen Kinder in den letzten 15 Jahren an der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz behandelt wurden, analysiert. Meist verursachten klassische Rasenmäher die Verletzung (55 %) gefolgt von Rasentraktoren (31 %) und den modernen Rasenmährobotern (14 %), die sich allerdings erst in den letzten paar Jahren durchgesetzt haben.

 

Amputationen, Knochenbrüche, Bauchverletzungen: jede zweite Verletzung „schwer“

In 50 % der Fälle verletzen sich die Kinder an den Füßen, in 30 % an den Händen. „Die Hälfte der Kinder trägt eine schwere Verletzung davon – angefangen von (Teil-)Amputationen von Gliedmaßen, über Knochenbrüche bis hin zu schweren Bauchverletzungen“, so Till.

Der Anteil der schweren Verletzungen war bisher bei den Rasentraktoren mit 56 % am höchsten, gefolgt vom normalen Rasenmäher (50 %) und dem Rasenmähroboter (25 %).

Peter Spitzer vom Forschungszentrum für Kinderunfälle des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE: „Das Durchschnittsalter der verletzten Kinder liegt bei 8 Jahren. Auf Buben dürften die Mähgeräte eine wesentlich höhere Faszination ausüben als auf Mädchen, denn 9 von 10 verletzten Kindern sind männlich“.

 

Aufgewirbelte Steine und Splitter können Kinder mit bis zu 200 km/h treffen

Typische Unfallmuster sind Hineingreifen ins laufende Messer bzw. Schneiden beim Angreifen des Messers, z.B. beim Reinigen. Oftmals gerät auch der Fuß unter das Messer, wenn Kinder hineinrutschen oder der Rasenmäher auf einem Hang zum Kind retour rollt. Aber nicht nur direkt neben Rasenmähgeräten ist es für Kinder gefährlich. „Am besten sollten sie sich während des Mähens gar nicht im Garten aufhalten. Denn durch den Rasenmäher aufgewirbelte Steine oder Splitter können Kinder mit bis zu 200 km/h treffen und so schwere Verletzungen verursachen“, warnt Till.

Rasenroboter üben speziell auf Kleinkinder eine besondere Faszination aus – Stichwort „Spielzeugroboter“. Besonders tückisch dabei: Wie die Untersuchung von Stiftung Warentest zeigt, werden Kinderhände/-finger vom Sensor nicht immer wahrgenommen.

Bei Rasenmähtraktoren passieren die Unfälle meist durch Herunterstürzen vom Gerät oder Umstürzen mit dem Gerät bei Hanglage. „Ein Rasentraktor wiegt etwa 150-200 kg. Wenn das Gerät kippt und auf ein Kind stürzt, kann das im schlimmsten Fall tödlich enden“, so Spitzer.

 

Die wichtigsten Sicherheitstipps:

  • Kinder sollten sich während des Mähens nicht im Garten aufhalten.
  • Mähroboter so programmieren, dass sie mähen, wenn die Kinder im Kindergarten/in der Schule oder im Haus sind.
  • Auch die Reinigung von Rasenmähern sollte nur von Erwachsenen durchgeführt werden.
  • Geräte für Kinder unerreichbar in einem verschlossenen Gerätehaus oder im Keller aufbewahren.
  • Kinder nicht am Rasentraktor mitfahren lassen – schon gar nicht bei Hanglagen!

Ob zu Hause, im Straßenverkehr, beim Sport oder in der Freizeit...

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