KinderSicherer Bezirk, Presseaussendungen

KinderSichere Bezirke: Online-Klassenzimmer für Kindersicherheit und Unfallvermeidung trotzt Corona

Kinder- und Jugendsicherheit mit viel Spiel & Spaß gibt's im GROSSE SCHÜTZEN KLEINE Online Klassenzimmer

Pressemitteilung – 16. März 2021

 

 Coronabedingt sind die meisten Vor-Ort-Aktivitäten in den KinderSicheren Bezirken derzeit nicht möglich. Der Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE bietet Volksschulen und Mittelschulen nun mit dem „Online-Klassenzimmer“ Zugang zu spielerisch aufbereiteten Lerninhalten rund um Kindersicherheit und Unfallprävention. Für Eltern gibt es Webinare und einen virtuellen Rundgang durch die Kindersicherheits-Schauwohnung BÄRENBURG.

 

„Im Sinne des aktuellen Ansatzes des „Blended Learning“ soll das GROSSE SCHÜTZEN KLEINE Klassenzimmer Lerninhalte am Laptop, Tablet oder Smartphone mit den, hoffentlich bald wieder möglichen, Vor-Ort-Workshops und -Veranstaltungen verknüpfen. Die Kurzvideos, Spiele und Rätsel rund ums Vermeiden von schweren und „unnötigen“ Kinderunfällen gibt es für Volksschulkinder und Mittelschüler_innen. Auch Eltern und Pädagog_innen finden viel Wissenswertes rund um die Sicherheit der jungen Generation“, so Sabine Jahn, Projektleiterin der KinderSicheren Bezirke Deutschlandsberg, Leibnitz, Leoben und Voitsberg. Zusätzlich können die Schulen Infomaterialien und Arbeitsblätter auch jederzeit bei GROSSE SCHÜTZEN KLEINE bestellen (Isabella Kranacher, 0316/385 13764, isabella.kranacher@uniklinikum.kages.at).

 

„Sicher cool auf Rädern & Rollen“ bildet den Auftakt

Das erste E-Learning-Thema lautet „Sicher cool auf Rädern & Rollen“. Dafür hat der Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE sämtliche Unfälle mit Fortbewegungsgeräten auf Rädern und Rollen, vom Laufrad, über den Scooter, sämtliche Arten von Boards, Skates und Fahrrädern bis hin zum Moped, die zu einer medizinischen Behandlung von 0-16-Jährigen an der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz geführt haben, analysiert und daraus die entscheidenden Sicherheitstipps für den Balanceakt zwischen „Risk & Fun“ abgeleitet. „Kinder und Erwachsene erfahren in unserem Online-Klassenzimmer, worauf es bei welchem Sportgerät besonders zu achten gilt, um sich einfach vor einem schmerzhaften Unfall zu schützen. Denn schwere Unfälle können den Kindern sehr schnell wieder die Freude an der neu entdeckten Sportart verderben“, betont Univ.-Prof. Dr. Holger Till, Präsident des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE und Vorstand der Grazer Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie.

Zur kostenfreien Online-Plattform für Volksschulen, Mittelschulen und Gymnasien (Unterstufe):

www.grosse-schuetzen-kleine.at/e-learning.

 

Daten & Fakten aus der Studie „Mobil auf Rädern: Muskel- & Elektro- & Motor-Power bei der kindlichen Fortbewegung auf Rädern“

  • Pro Kalenderjahr werden an der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie in Graz mehr als 15.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 16 Jahren nach einem Unfall medizinisch versorgt.
  • Rund 10 % davon verunglücken mit einem Bewegungsgerät auf Rädern oder Rollen. Hochgerechnet auf die Steiermark sind das rd. 3.000 Kinderunfälle auf Rädern & Rollen pro Jahr.
  • 46 % dieser Unfälle passieren mit dem Fahrrad, gefolgt vom Moped (23 %), dem Microscooter (10 %), sämtlichen Arten von Boards (8 %) und Kleinkind-Geräten wie Rutschauto, Laufrad und Dreirad (6 %).
  • Buben sind mit 65 % stärker betroffen als Mädchen mit 35 %.
  • Das Durchschnittsalter der verunfallten Kinder beläuft sich auf 11 Jahre.
  • In fast neun von zehn Fällen verletzen sich die Kinder bei einem Einzelsturz.
  • 35 % der Verletzungen fallen unter die Kategorie der „schweren Verletzung“
  • Es finden sich zwei klassische Unfallmuster:
    • Bei Geräten bei denen man einen Lenker zum „Festhalten“ hat: „Festfrieren“ der Hände am Lenker bei drohendem Sturz, damit mangelnde Abstützbewegung = mehr Kopfverletzungen
    • Bei Geräten auf denen man steht und nichts zum „Festhalten“ hat: durch Abstützreflex weniger Kopfverletzungen, aber klassischerweise Handgelenks- bzw. Unterarmbruch, wenn keine Schützer getragen werden

 

Die wichtigsten Sicherheitstipps

  • Schutzausrüstung tragen (Helm und je nach Sportart auch Handgelenk-, Ellbogen- und Knieschützer)
  • Richtige Größe des Sportgerätes wählen
  • Vorbildfunktion/Sicherheitskultur in der Familie
  • „Intelligente Unfallverhütung“ = Balance zwischen Sicherheit und Risiko finden
  • Generell gilt: sportliche Kinder verunfallen seltener schwer => Gefühl für Tempo und eigene Fähigkeiten

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