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Mitfahren am Fahrrad

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Es gibt zwei Möglichkeiten Ihr Kind auf dem Fahrrad mitzunehmen: Kindersitz und Radanhänger

Folgende Gegenüberstellung soll Ihnen die Entscheidung erleichtern:

Einsatz
Kindersitz: nur ein Kind erlaubt, das schon sitzen kann; bis ca. 22 kg Körpergewicht
Radanhänger: ein oder zwei Kinder erlaubt, auch für Babys möglich (Transport in Babyschale!), Gesamtgewicht 60 kg (gebremst 100 kg)

Sicherheit
Kindersitz: Stürzt der Fahrer, stürzt das Kinder, Gefahr bei Kollision mit Auto
Radanhänger: Stürzt nicht mit dem Fahrrad um, bei Kollision mit Auto wird der Anhänger eher weggeschoben

Fahrverhalten
Kindersitz: wendiger, bedingt geländetauglich, Tretbewegungen u.U. beeinträchtigt
Radanhänger: stabil, mehr Gewicht, v.a. beim Bremsen mehr Luftwiderstand

Komfort
Kindersitz: bessere Kommunikation mit dem/der FahrerIn
Radanhänger: durch Verdeck guter Wetterschutz

Fahrradanhänger

Die Sicherheit von Fahrradanhängern wurde lange diskutiert. Mittlerweile haben Crashtests und Studien jedoch bestätigt, dass ein sicherheitsüberprüfter Anhänger die beste Variante darstellt, Kinder ab ca. 6 Monaten mit dem Fahrrad zu befördern. Bei einem Unfall sind sie im Innenraum geschützt – sofern der Anhänger einen Überrollbügel hat, die Kinder angeschnallt sind und Helme tragen.

Typische Unfälle

  • Kinder sind im Anhänger nicht angeschnallt
  • Babys liegen ohne Babyschale im Anhänger
  • Zugrad ist nicht für das Gewicht des Anhängers zugelassen
  • Anhänger wird von abbiegenden Auto übersehen

Zubehör

  • Spezielle Kupplungen garantieren, dass der Anhänger stehen bleibt, auch wenn das Fahrrad kippt.
  • Gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsaustattung: Vom Fahrrad unabhängige Lichtanlage mit weißem Rückstrahler vorne, rotem Rückstrahler hinten und gelben Rückstrahlern an den seitlichen Flächen; Radblockiereinrichtung, die auf beide Räder wirkt, Eine mindestens 1,5m hohe, biegsame Fahnenstange mit leuchtfarbenem Wimpel, Abdeckung der Speichen und Radhäuser, Sicherung gegenüber Hinausbeugen und gegenüber Kontakt der Beine mit der Fahrbahn
  • Babyschalen für Säuglinge
  • Helme für alle mitreisenden Kinder

KaufTIPPs

  • Geschäfte mit fachlicher Beratung aufsuchen
  • Rad und Kind zur Anpassung und Probefahrt mitnehmen
  • Stabile Konstruktion mit Überrollbügel
  • Keine Stangen im Kopfbereich
  • Weiche Federung und feste Bodenwanne
  • Rahmen in Höhe der PKW-Stoßstangen
  • Tiefer Schwerpunkt, tiefe Kupplung
  • Maximal 1m breit, 2m lang, 1,4m hoch
  • Maximal zulässige Gesamtmasse laut Hersteller beachten
  • Fünf-Punkt-Gurt für mitfahrende Kinder
  • Speichenschutz gegen Radeingriff
  • Beleuchtung nach Straßenverkehrsordnung
  • Sicherheitszeichen, z.B. GS-Zeichen, sollten vorhanden sein

SicherheitsTIPPs

  • Auch im Anhänger ist Helmtragen gesetzlich verpflichtend! (Gesetzestext: „…sofern körperlich möglich…“, sprich Ausnahme wenn das Kind noch zu klein für einen Helm ist und in der Babyschale befördert wird)
  • Kupplung an Radrahmen anbringen
  • Bedienungsanleitung des Rades und des Anhängers lesen, ev. Händler oder Hersteller bei Unklarheiten fragen
  • Kinder immer anschnallen
  • Babys und Kleinkinder im Rückhaltesystem transportieren (z.B. Babyschale)
  • Frontabdeckung während der Fahrt schließen
  • Maximal 2 Kinder befördern
  • Regeln für die Kinder, z.B. „Schaukeln verboten/keine Raufereien“
  • Fahne, Reflektoren, Beleuchtung zur besseren Sichtbarkeit anbringen
  • Erste Fahrten in Ruhe ohne Kind üben und an veränderte Fahreigenschaften gewöhnen
  • Auswahl weniger stark befahrener Straßen (starker Verkehr: Abgase)
  • Auswahl ebener Strecken (Erschütterung Kleinkind)

fahrradanhaenger_pixabay

Fahrradsitz

Ein Kind auf dem Fahrradsitz zu transportieren, setzt zwei Punkte voraus: eine/n sichere/n FahrerIn und ein Kind, das eigenständig aufrecht sitzen kann und auch bei Erschütterungen stabil das Gleichgewicht hält. Das Kind sollte langsam, zunächst über kleine Fahrstrecken an den Transport gewöhnt werden. Das ist im Hinblick auf die veränderten Fahreigenschaften auch dem/der FahrerIn anzuraten.

Gemäß der österreichischen Fahrradverordnung muss der für ein mitfahrendes Kind bestimmte Fahrradsitz mit dem Fahrradrahmen fest verbunden sein. Der Sitz ist hinter dem Sattel so anzubringen, dass der/die FahrerIn nicht in seiner Sicht, Aufmerksamkeit oder Bewegungsfreiheit behindert wird. Die Beförderung von mehr als einem Kind ist unzulässig. Kinder auf Frontsitzen am Fahrrad zu befördern, ist in Österreich nicht erlaubt.

Der Fahrradkindersitz muss mit einem Gurtsystem (zumeist Hosenträgergurte), einem höhenverstellbaren Beinschutz und einem Fixierriemen für die Füße ausgestattet sein und über eine hohe Kopf- und Rückenstütze verfügen.

Typische Unfälle

  • RadfahrerIn verliert Gleichgewicht, Kind stürzt auf den Kopf
  • Kind gelangt mit Fingern oder Füßen in die Radspeichen
  • FahrerIn stellt Rad ab und Kind stürzt mit Rad zur Seite
  • Kind ist nicht angeschnallt

Zubehör

  • Nackenkissen bieten optimale Stabilität für den Kopf
  • Zweibeinständer am Fahrrad nachrüsten
  • Rückspiegel am Lenker sinnvoll
  • Abdeckung der Speichen

KaufTIPPs

  • Geschäfte mit fachlicher Beratung aufsuchen
  • Kind und Rad zum Kauf mitnehmen und anpassen
  • Bein- und Fußstützen verstellbar, Speichenschutz vorhanden
  • Ausreichend hohe Nacken- und Rückenstützen
  • Sicherheitszeichen, z.B. das GS-Zeichen, sollten vorhanden sein

SicherheitsTIPPs

  • Montage nach Gebrauchsanweisung
  • Kinder immer angurten
  • Kinder immer mit Helm befördern => Vorbildwirkung des Fahrers/der Fahrerin!
  • Sattelfedern abdecken (Quetschgefahr)
  • FahrerInnen sollten Rucksäcke nur dann auf dem Rücken mitnehmen, wenn das Kind trotzdem noch genügend Freiraum hat