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Sicheres Radfahren: Helmtragen verringert Risiko schwerer Kopfverletzungen um 85 %!

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Radfahren kann man fast überall ohne großen Aufwand, es macht Spaß und schult die Koordinationsfähigkeit. Gerade für Kinder, die noch wenig Rad-Erfahrung haben, ist es aber nicht ungefährlich: Rund 5.000 Kinder werden in Österreichs Spitälern jährlich nach Radunfällen behandelt, wobei jede dritte Verletzung als schwer einzustufen ist. Die wichtigste Schutzmaßnahme: Bei JEDER Fahrt mit dem Rad Helm tragen!

25 % der an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz nach einem Radunfall behandelten Kinder sind unter 6, je rund 38 % 6–10 bzw. 11–14-Jahre alt. „Jede dritte Verletzung ist als schwer einzustufen, wobei das Risiko mit dem Alter steigt. Liegt es bei den kleinen Kindern (0–6 Jahre) bei 19%, so erhöht es sich auf 28 % bei den 6–14-Jährigen und weiter auf 32 % bei den über 14-Jährigen. Denn: „Je älter die Kinder sind, desto schneller sind sie mit dem Fahrrad unterwegs, desto seltener tragen sie einen Helm und desto größer ist deshalb die Gefahr, sich schwer zu verletzen“, so Univ.-Prof. Dr. Holger Till, Präsident von GROSSE SCHÜTZEN KLEINE und Vorstand der Grazer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie.

 

Radhelm ist wichtigste Schutzausrüstung

72 % der Kopfverletzungen bzw. 83 % der schweren Kopfverletzungen betreffen Kinder und Jugendliche, die keinen Helm aufhatten. Helmtragen ist bis zum 12. Geburtstag gesetzlich verpflichtend. Nach Ende der Helmtragepflicht setzt laut einer Studie des Forschungszentrums für Kinderunfälle des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE nur mehr ein Drittel der 12–14-Jährigen einen Helm auf. Die sinkende Zahl an HelmträgerInnen in der Altersgruppe der über 12-Jährigen geht mit einer deutlichen Zunahme schwerer Kopfverletzungen einher. Till dazu: „Unsere Zahlen zeigen, dass die gesetzliche Altersgrenze, die mitten in der Pubertät liegt, überdacht werden sollte. Eine Anhebung auf zumindest 15 Jahre, vergleichbar zum Schihelmgesetz, wäre definitiv sinnvoll.“

Auf der Straße dürfen Kinder, sofern sie die freiwillige Radfahrprüfung absolviert haben, ab 10 Jahren fahren, ansonsten erst ab 12 Jahren. Dabei ist die Selbsteinschätzung von Kindern, die die Radfahrprüfung absolviert haben, viel zu hoch. So können zwei von drei Kindern schon ein halbes Jahr nach der Prüfung die Rechtsregel nicht mehr richtig anwenden.

 

SicherheitsTIPPS für ungetrübte Radausfahrten mit Kindern

  • Immer und in jedem Alter (Vorbildfunktion der Erwachsenen!) einen Radhelm tragen!

Ein guter Fahrradhelm muss

  • optimal passen und darf nicht rutschen.
  • die Stirn, die Schläfen und den Hinterkopf schützen.
  • richtig aufgesetzt werden (Kinnriemen verläuft vor und hinter dem Ohr, Helm endet einen Daumen breit über den Augenbrauen, zwischen Kinnriemen und Kinn passt nur eine Fingerbreite).
  • nach einem Sturz ausgetauscht werden. Unsichtbare Haarrisse können die Schutzwirkung des Helms verringern.
  • Die richtige Beherrschung des Fahrrads sollte mit dem Kind immer wieder geübt werden.
  • Das Fahrrad sollte im Frühjahr einem Sicherheitscheck unterzogen werden.
  • Das Radfahren auf Gehsteigen oder Gehwegen ist mit Fahrrädern mit einem Felgendurchmesser von mehr als 300mm (entspricht ca. 12 Zoll) verboten. Gibt es einen Radweg oder einen Geh- und Radweg, muss dieser von RadfahrerInnen auch benützt werden. Nebeneinanderfahren ist nur auf Radwegen, in Wohnstraßen und auf öffentlichen Straßen bei Trainingsfahrten mit Rennrädern erlaubt.
  • Die Geschwindigkeit dem persönlichen Fahrkönnen und den äußeren Bedingungen anpassen.
  • Auf Stützräder und dreirädrige Laufräder verzichten, da diese ein falsches Gleichgewichtsgefühl vermitteln.
  • Auch für Kinder, die im Fahrradanhänger mitfahren, besteht Helmpflicht. Gurte schützen das Kind bei einem Unfall. Man sollte darauf achten, dass Kinder nicht in die Fahrradspeichen greifen können.

 

Rückfragen: Elisabeth Fanninger, BA  I  Presse- & Öffentlichkeitsarbeit  I  0316 / 385 13764  I  elisabeth.fanninger@klinikum-graz.at

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