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Sichere Weihnachtsgeschenke für Kinder: Worauf Sie beim Spielzeugkauf achten sollten

Bild: Pixabay

Pressemitteilung – 23. November 2017

Der morgige „Black Friday“ ist der Startschuss für den Weihnachtsgeschenkekauf: Auf der Suche nach den perfekten Spielsachen für das Kind werden Geschäfte gestürmt und Online-Shops durchforstet. Das richtige Spielzeug bringt Kinderaugen zum Leuchten und fördert die Entwicklung der Kleinen auf vielen Ebenen. Manche Spielwaren bergen jedoch ernste Unfall- und Gesundheitsgefahren. Der Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE hat die besten Tipps für Kauf und Gebrauch von kindersicheren Spielsachen.

Kinder erkunden ihre Umwelt mit allen Sinnen – gerade die Jüngsten auch mit dem Geschmackssinn. Bei kleinem Spielzeug bzw. Teilen davon besteht die Gefahr des Verschluckens, im Hals Steckenbleibens oder Einatmens. Auch Schnitt- und Fleischwunden kommen häufig vor. Besondere Vorsicht gilt außerdem bei batterie- oder strombetriebenen Spielsachen!

Das durchschnittliche Verletzungsalter in puncto Spielzeug liegt bei 2 Jahren. Kleine Kinder stecken Kleinteile (auch solche, die sich von größeren Spielsachen ablösen) oftmals in Nase und Ohren oder verschlucken sie.

„Durch Einatmen können kleine Gegenstände – oft von den Eltern unbemerkt – sehr tief in die Lunge oder in die Bronchien eindringen. Auch wenn das Kind anfangs beschwerdefrei ist, entwickelt sich nach wenigen Tagen ein unerklärlicher Hustenreiz. Gibt es keine weiteren Symptome, die auf eine Erkältung hinweisen, bitte den Arzt aufsuchen und die Lunge kontrollieren lassen! Denn eingeatmete Kleinteile können die Ursache für den Hustenreiz sein“, warnt Univ.-Prof. Dr. Holger Till, Präsident des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE und Vorstand der Grazer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie.

Hat Ihr Kind ein Kleinteil verschluckt, wird dieses in der Regel über den Magen-Darm-Trakt ausgeschieden. Verbleiben die Teile aber im Magen, ist eine medizinische Behandlung erforderlich. Unbedingt in ärztliche Behandlung müssen Kinder, wenn sie folgende Dinge verschluckt oder eingeatmet haben:

  • Batterien
    Im feuchten Milieu des Verdauungstraktes kommt es durch die Entladung der Batterie zu einer Schädigung des anliegenden Gewebes. Weiters kann die Batterie im sauren Magensaft selbst arrodiert (undicht) werden, was zur Freisetzung von Quecksilber und anderen extrem alkalischen Bestandteilen führt. Abgesehen von der Ätzwirkung der Lauge beinhalten manche Knopfbatterien über 5g Quecksilberoxid – das ist mehr als die geschätzte tödliche Dosis für Erwachsene!
  • Magnete
    Mehrere Magnete ziehen sich an – auch im Dick- oder Dünndarm über zwei Darmwände hinweg. Bleibt dies unbemerkt, kann sich die Darmwand entzünden und absterben. Ein Durchbruch der Darmwand kann die Folge sein.
  • Münzen
    Euro-Münzen sind nickelhaltig und können eine allergische Reaktion auslösen.
  • Metallische Objekte
    Bei metallischen Gegenständen ist die Form und Lage ausschlaggebend, ob der natürliche Abgang abgewartet wird.

SicherheitsTipps für Auswahl und Gebrauch von Spielzeug

  • Wählen Sie altersgerechtes Spielzeug: Achten Sie bei Babys und Kleinkindern auf den Hinweis: „Nicht geeignet für Kinder unter 3 Jahren“! Kaufen Sie für unter 3-Jährige kein Spielzeug, das kleiner als ein Tischtennisball ist!
  • Achten Sie darauf, dass das Spielzeug keine scharfen Ecken und Kanten oder Quetsch- und Scherstellen hat!
  • Auf Prüfsiegel, wie z.B.: „GS“, „Toxproof“, „TÜV“ oder „Spielgut“ schauen!
  • Suchen Sie bei Spielzeug mit Farbüberzug, z.B. bei lackierten Holzbausteinen, nach Hinweisen zur Speichel- und Schweißechtheit!
  • Prüfen Sie weiche Spielsachen kritisch auf giftige Weichmacher!
  • Achten Sie auf nicht entflammbare Materialien!
  • Unangenehm stechende oder beißende Gerüche weisen auf gefährliche Inhaltsstoffe hin.
  • Auf Spielzeug mit Knopfbatterien lieber verzichten – bei Verschlucken besteht Lebensgefahr!
  • Elektrospielzeug, das auf 220 Volt Netzspannung läuft, ist höchstgefährlich! Die maximale Betriebsspannung sollte bei 24 Volt liegen.
  • Lesen Sie die Gebrauchsanweisung und achten Sie besonders auf Warnhinweise!
  • Um die Stabilität von Dreirädern und Co. zu testen, unterziehen Sie sie einem „Rütteltest“!
  • Führen Sie regelmäßig eine Sichtkontrolle des Spielzeugs durch: Ist das Batteriefach sicher verschlossen? Beginnen sich Kleinteile abzulösen?
  • Und noch ein Tipp für besinnlichere, ruhigere Weihnachtsfeiertage: die Lautstärke von „Lärmspielzeug“ wird durch die Verwendung von nicht mehr ganz neuen Batterien gleich etwas reduziert. 😉