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Schwere Brandverletzungen bei Kindern verhindern: Lions Club Leoben übergibt 30 Herdschutzgitter an DiplomsozialarbeiterInnen

v.l.n.r.: M. Jäger (SHV), C. Kastner (Lions), E. Fink (GsK), W. Galler u. B. Sandriesser (BH Leoben), W. Mittelbach, M. Uratnik u. W. Winterer (Lions), W. Kreutzwiesner (BH Leoben); Fotorechte: Paul Wilke

KinderSicherer Bezirk Leoben – Besonders in der gemütlichen, besinnlichen Jahreszeit zählen Verbrennungen und Verbrühungen zu den häufigsten und schwerwiegendsten Kinderunfällen. Bei jedem zweiten Kind ist nach einem solchen Unfall ein Krankenhausaufenthalt notwendig. Um Kindern und Eltern diese Strapazen zu ersparen, spendete der Lions Club Leoben im Rahmen des Projekts „KinderSicherer Bezirk Leoben“ 30 Herdschutzgitter für Familien, die von den DiplomsozialarbeiterInnen der BH Leoben betreut werden.

Bezirkshauptmann HR Dr. Walter Kreutzwiesner, DSA Waltraud Galler (Leiterin des Referats für Sozialarbeit der BH Leoben) sowie Elisabeth Fink (Projektkoordinatorin des „KinderSicheren Bezirks Leoben“ beim Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE) freuen sich über die wertvolle Spende des Lions Club Leoben.

Kreutzwiesner betont: „Wir sind sehr dankbar, mit den Herdschutzgittern einen weiteren Beitrag zur Unfallvermeidung im „KinderSicheren Bezirk Leoben“ leisten zu können“.

„Das Team der SozialarbeiterInnen der BH Leoben hat großes Interesse, aktiv an Maßnahmen zur Kindersicherheit und Unfallvermeidung mitzuwirken. Mit den Herdschutzgittern können wir Familien, die vielfältige Probleme im Alltag zu bewältigen haben, dabei unterstützen, die eigene Wohnumgebung kindersicher zu gestalten“, ergänzt Galler.

Lions Club Leoben-Präsident Wolfgang Winterer: „Wir sind immer froh, wenn jemand auf uns zukommt und uns Aktionen anbietet, hinter denen wir stehen und bei denen wir wissen, wo das Geld hingeht und die Hilfe wirklich ankommt“.

 

Viele Brandverletzungen bleiben lebenslang

Brandverletzungen haben für Kinder meist schwerwiegende Folgen. Lebensgefährliche Verbrühungen bei Kleinkindern können schon durch den Inhalt einer halben Tasse Tee entstehen. Selbst nach einem Krankenhausaufenthalt bleiben oftmals Narben, vor allem an Oberkörper, Händen und Gesicht, zurück.

Der Präsident des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE und Vorstand der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz, Univ.-Prof. Dr. Holger Till, rät deshalb: “Verbrühungen passieren in Sekundenschnelle. Gerade kleine Kinder im Entdeckeralter möchten sehen, was in den Pfannen und Töpfen am Herd drinnen ist, ziehen sich an diesen hoch und übergießen sich mit dem kochend heißen Inhalt. Aber auch größere Kinder können stolpern oder aus Versehen gegen Töpfe und Pfannen stoßen. Durch ein Herdschutzgitter können Eltern diese Gefahr einfach und effizient entschärfen.“

 

GROSSE SCHÜTZEN KLEINE Sicherheitstipps

Küche:

  • Nie ein Kind und heiße Flüssigkeiten/Speisen gleichzeitig tragen.
  • Tassen/Kannen mit heißen Getränken weit weg von Kindern und vom Rand des Tisches stellen. Auf Tischläufer und Tischdecken verzichten, solange das Kind klein ist.
  • Herdschutzgitter montieren. Wasserkocher und Kochtöpfe immer möglichst weit zurückstellen. Pfannengriffe nach hinten drehen.
  • Nicht benötigtes heißes Wasser sofort wegschütten. Beim Wasserkocher insbesondere darauf achten, dass Kinder ihn nicht am Kabel herunterziehen können.

Offenes Feuer:

  • Kinder nie mit brennenden Kerzen alleine lassen. Feuerzeuge und Streichhölzer nicht frei herumliegen lassen. Schulkindern zeigen, wie man Kerzen – im Beisein von Erwachsenen – richtig anzündet und löscht.
  • In der Adventkranz- und Christbaumzeit immer einen Eimer mit Löschwasser oder einen Feuerlöscher bereithalten. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte Kerzen gegen hochwertige elektrische Lichterketten austauschen.
  • LED-Lampen für Laternen verwenden.
  • Kleine Kinder nie in die Nähe von Feuerwerkskörpern lassen. Älteren Kindern zeigen, wie man Feuerwerkskörper sicher abschießt.
  • Heiße Gegenstände (Föhn, Lockenstab, Heißklebepistole etc.) nicht in Reichweite von Kindern verwenden oder zum Auskühlen ablegen.
  • Heiße Oberflächen von Kaminen oder Kaminöfen sichern.
  • Rauchmelder montieren. (8 von 10 Brandtoten sterben an einer Rauchgasvergiftung – Brandgase verbreiten sich schneller und lautloser als das Feuer selbst!)
  • Badewassertemperatur mit Unterarm oder Thermometer überprüfen. Sicherheitsthermostate verwenden. Kinder nicht unbeaufsichtigt in der Badewanne lassen.

 

Erste Hilfe bei Verbrennungen und Verbrühungen

von Doz. Dr. Klaus Pfurtscheller, Leiter der Brandverletzteneinheit an der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz

  • Hitzequelle unterbrechen und kurz mit handkaltem Wasser (15 – 20°C) kühlen. Keine Anwendung von Eis oder Eiswasser. Coolpacks nur mit entsprechender Isolierung (eingewickelt) verwenden.
  • Feuchte Kleidung entfernen um Unterkühlung zu vermeiden, haftende Kleiderreste belassen.
  • Kleine WundenB. an der Hand oder am Fuß können mit handkaltem Wasser aus der Leitung oder feuchten Kompressen bis zur Schmerzfreiheit gekühlt werden.
  • Große Wunden oder Wunden am Oberkörper oder im Gesicht nur kurz kühlen um Unterkühlung zu vermeiden und unmittelbar Rettung bzw. Notarzt rufen. Blasen nicht entfernen oder eröffnen und keine „Hausmittel“ wie z.B. Zahnpasta oder Topfen verwenden.
  • Im Zweifelsfall immer Krankenhaus/Arzt zur Beurteilung des Schweregrades (Ausdehnung und Tiefe der Verbrennung/Verbrühung) aufsuchen.