Verkehr

Qualitative Analyse der Mopedunfälle von Jugendlichen

Getagged in: Ausbildung, Moped, Mopedsturz, Risikokompetenz, Verkehrserziehung, Verkehrsunfall

Fragestellung

Seit der Freigabe von Beschränkungen für den Erwerb des Mopedausweises für 15jährige kam es ab dem Jahr 2005 zu einem starken Anstieg der Unfallszahlen in dieser Altersgruppe. Gegenwärtig sind die Verkehrsunfallzahlen bei den 15jährigen in etwa gleich groß wie bei den 16jährigen. Diese Studie beschäftigt sich mit folgenden Fragestellungen:

Warum ist in den letzten Jahren die Zahl der Mopedunfälle in der Altersgruppe der 15jährigen angestiegen, ohne dass sich dabei die Unfälle bei den 16jährigen verringert haben?

Gibt es Möglichkeiten, die derzeitige Ausbildung zu verbessern, um die Fahrkompetenz der Jugendlichen zu erhöhen und somit das Unfallrisiko zu senken?

Methode

Im Sinne des Studientitels wurde der Ansatz für die Analyse vielschichtig gewählt und erstreckt sich von Fragebögen über Beobachtungen bis zu Face-to-face-Interviews und Multiple-Choice-Testungen.

Ergebnisse

Aufgrund der Befragungsdaten kann davon ausgegangen werden, dass 50 bis 60% der Jugendlichen im Besitz eines Mopedausweises sind. Mehr als 50% der Mopedunfälle ereignen sich innerhalb der ersten sieben Monate nach offiziell erlaubtem Fahrbeginn. Der in der offiziellen Verkehrsunfallstatistik erfasste Verkehrsunfall ist jedoch nur ein Teil des gesamten Unfallgeschehens.

Schlussfolgerung

Faktoren, die sich positiv mit dem Alter verändern und sich somit auch auf den Fahrstil auswirken können, sind eine Reduktion des Faktors Sensation Seeking, eine Verbesserung bei Forschungszentrum für Kinderunfälle im Österreichischen Komitee für Unfallverhütung im Kindesalter der Aufmerksamkeit und Ablenkbarkeit, jedoch kaum eine Veränderung bei der Risikobereitschaft.

Den markantesten Einfluss auf das Verhalten von Sicherheit und Risiko hat letztlich die Unfallerfahrung. Erst der schwere Unfall mit Krankenhausbehandlung führt zur Erkenntnis, dass man doch nicht unverwundbar ist, und die Jugendlichen werden wieder realitätsnaher, sprich risikobewusster. Korrespondenzadresse

Mag. Dr. Peter Spitzer
Forschungszentrum für Kinderunfälle / A 8036 Graz, Auenbruggerplatz 49
Tel: 0316 / 385 – 13398 / e-mail: peter.spitzer@klinikum-graz.at

Danksagung

Diese Studie wurde von der AUVA und dem Steirischen und Österreichischen Verkehrssicherheitsfonds unterstützt.