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Blind-Spot-Analyse – Teil 1: Unfallarten mit Versorgung in Spezialzentren abseits der Unfallchirurgie

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Blind-Spot-Analyse-Teil 1. Fokusreport StISS 2018 (gefördert vom BMASK – Konsumentenschutz)

Dauer: 2018

Ziel dieser Studie ist die qualitative Analyse der behandelten Unfälle auf Spezialkliniken und -abteilungen auf Basis der in MEDOCS aufgezeichneten Information zum Unfallgeschehen.

Im Beobachtungszeitraum 2015 bis 2017 werden im StISS für das Klinikum Graz insgesamt 109.397 medizinische Behandlungen nach einem Unfall ausgewiesen. 2 % davon finden in den der Studie zugrunde liegenden Spezialkliniken statt.

Für eine qualitative Analyse ist die Information bei dieser Studie auf die detaillierten Angaben in StISS eingeschränkt. Es wurde keine weitere Befragung der verunfallten Personen durchgeführt.

Von den 946 Fällen an der Univ. Klinik für Chirurgie – Klinische Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie werden 380 Fälle (40 %) in die Detailanalyse einbezogen.

61 % der PatientInnen werden stationär behandelt; 31 % aller verunfallten Personen sind weiblich, wobei bei den stationären Aufnahmen die Männer mit 75 % einen starken Überhang aufweisen. Mit 74 % sind die oberen Extremitäten am häufigsten von einer Verletzung betroffen. Hier sind mit 48 %-Punkten die Finger am meisten involviert.

Bei den Verletzungen ragen zwei Ursachen hervor: die Verletzung mit scharfen Gegenständen bzw. Maschinen und mit heißen Elementen.

Heimwerkerunfälle sind zumeist Unfälle mit Maschinen, führen häufiger zu Amputationen oder Nervenbeschädigungen und werden somit auch überproportional häufig stationär aufgenommen.

 

Von den 527 Fällen an der Univ.-Klinik für Neurochirurgie können 128 Fälle (25 %) in die Detailanalyse einbezogen werden.

98 % der PatientInnen werden stationär behandelt; 34 % der behandelten Personen sind weiblich. Der Unfall als Fahrradfahrer und Fußgänger ist typisch männlich, der Sturz in der Ebene weiblich. Bei den Verletzungen ist in allen Fällen – der Fachrichtung entsprechend – der Kopf aufgrund eines Schädel-Hirn-Traumas (SHT) betroffen.

Am häufigsten findet der Unfall zu Hause statt, gefolgt von der Großgruppe Verkehr und Sport. Bei den Unfallmechanismen liegt der Sturz an erster Stelle. Innerhalb dieser Unfallursache kommt es am häufigsten zum Sturz in der Ebene, gefolgt vom Sturz von der Stiege. Beides weist mit einem hohen Durchschnittsalter die Gruppe der SeniorInnen als sehr stark gefährdet aus.

 

Von den 643 Fällen an der HNO-Klinik ist bei 242 Fällen (38 %) eine Detailanalyse möglich.

29 % der PatientInnen werden stationär behandelt; 31% der behandelten Fälle sind weiblich. Bei den stationären Aufnahmen ist die geschlechtliche Verteilung ausgeglichen.

Die Nase und das Ohr machen zusammen drei Viertel der verletzten Bereiche im Gesicht aus. Bei den Verletzungen stehen die Fraktur (39 %) und die Prellung (19 %) an vorderster Stelle. Zum Großteil betreffen diese Verletzungen die Nase.

Verletzungen des Kehlkopfs werden durch unabsichtlichen Körperkontakt bzw. Objekte zumeist beim Sport verursacht. Knalltraumata des Ohrs werden am häufigsten durch den Knall des sich öffnenden Airbags im Auto sowie durch Knallkörper und Raketen verursacht. Bei der Trommelfellperforation sind unter den Gegenständen die Ohrstäbchen nicht nur bei den Jüngsten ein Risikothema.

Bei Nahrungsmittelteilen und Kleinteilen sind auch Erwachsene vor einer Verletzung nicht gefeit.

Die Verletzungen, die auf den Spezialkliniken und -abteilungen behandelt werden, sind zumeist schwere Verletzung, die teilweise lebenslange Auswirkungen für die verunfallte Person haben.

Summa summarum können Unfälle, welche die Basis dieser Analyse bilden, zu einem Großteil verhindert werden. Das Potential einer noch weiter verbesserten Sicherheitstechnik ist freilich geringer einzuschätzen als das des richtigen Verhaltens und der richtigen Umgangsweise mit dem potentiellen Gefahrenobjekt.