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Neue Mittelschule Eisenerz gewinnt steirischen Kinderunfallverhütungspreis 2019

Der 1. Preis ging an die NMS Eisenerz für das Projekt "Peer Learning".

Pressemitteilung – 8. Juli 2019


Das Land Steiermark und der Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE luden heuer alle steirischen Kinderbildungs- und Kinderbetreuungseinrichtungen sowie Schulen ein, ihre Maßnahmen für die Sicherheit der Kinder bzw. Jugendlichen für den Kinderunfallverhütungspreis 2019 einzureichen. Die Jury wählte das Projekt „Peer Learning“ der NMS Eisenerz auf den ersten Platz. Die weiteren Preise gingen an die Volksschulen Leoben-Seegraben, Gabelsberger Graz, Rosenberg Graz sowie an das Kinderhaus Strassenglerberg.

„Jährlich müssen in der Steiermark rund 30.000 Kinder nach einem Unfall im Spital behandelt werden. Kleinere Unfälle gehören zu einer unbeschwerten, lebendigen Kindheit. Schwere oder gar tödliche sowie auch unnötige Unfälle wollen wir aber unbedingt verhindern. Wir freuen uns, dass so viele Kinderbildungs- und Kinderbetreuungseinrichtungen bereits ihren wertvollen Beitrag zur Erhöhung der Kindersicherheit in unserer Gesellschaft leisten“, betont Univ.-Prof. Dr. Holger Till, Präsident des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE und Vorstand der Grazer Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie.

Die Jury, bestehend aus VertreterInnen des Landes Steiermark, des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE, der Bildungsdirektion Steiermark und der AUVA Landesstelle-Graz, kürte aus den zahlreichen Einreichungen die NMS Eisenerz mit dem Projekt „Peer Learning“ zum Sieger.

SchülerInnen der 4. Klassen übernehmen in diesem Projekt die Rolle der VerkehrserzieherInnen in den Kindergärten und in den 4. Klassen der Volksschule. Verkehrsregeln werden gemeinsam besprochen und umgesetzt. In den Kindergärten gehen die Großen mit den künftigen SchulanfängerInnen den Schulweg ab. Mit den Volksschulkindern üben sie für die Radfahrprüfung. Diese Peergroups übernehmen eine Vorbildrolle und beeinflussen so das Verhalten der Jüngeren. Kindersicherheit wird an der NMS Eisenerz generell groß geschrieben. Im Mai erhielt die Schule als erste Neue Mittelschule im deutschsprachigen Raum das Zertifikat „International Safe School“.

Den 2. Platz des Kinderunfallverhütungspreises 2019 erreichte der „Sicherheitsbobby“, der die SchülerInnen der 3a-Klasse der Volksschule Leoben-Seegraben durch ihre gesamte Volksschulzeit begleitet. Mit Sicherheitsregeln, -liedern, -spielen & Co. wird durch dieses Klassenmaskottchen das Thema Kindersicherheit zum fixen Bestandteil im Schulalltag.

Platz 3 ging ex aequo an die Grazer Volksschulen Gabelsberger und Rosenberg. Die VS Gabelsberger hat ein großes Klettergerüst an der Schule, das von fast 300 Kindern genutzt wird. Dem Lehrpersonal fiel auf, dass immer mehr Kinder Schwierigkeiten haben, sich hierauf sicher und rücksichtsvoll zu bewegen. Im Projekt „Sicher Klettern“ wurden deshalb in Zusammenarbeit mit dem BLOC HOUSE Graz praktische Trainingseinheiten durchgeführt.  Gemeinsam mit den Kindern gestaltete man ein Informationsheft mit den Kletterregeln. Die meisten Unfälle beim Klettern passieren durch Unachtsamkeit oder durch falsche Handhabung. Eine gesunde Selbsteinschätzung ist beim Klettern besonders wichtig. Auch sollte man wissen, wie weit man sich selbst trauen kann. Nicht selten steigen die SchülerInnen auf das Klettergerüst, ohne jemals auf einem gewesen zu sein bzw. Erfahrung damit gemacht zu haben. „Wir können bereits nach wenigen Terminen beobachten, dass die SchülerInnen viel bewusster steigen und greifen und auch viel mehr Rücksicht auf ihre MitschülerInnen nehmen“, freut sich das Team der VS Gabelsberger.

Die VS Rosenberg ließ mit dem Projekt „Verkehrsschilder maßgeschneidert“ aufhorchen: „Unsere Schule hat den Schwerpunkt Integration gehörloser und hörgeschädigter Kinder. Viele hörbeeinträchtigte Kinder und Erwachsene sind am Schulweg stark gefährdet, da die Verkehrssituation rund um die Schule vor allem am Morgen schwierig ist. Mit den SchülerInnen der 4b-Klasse wurden deshalb spezielle Verkehrsschilder für den Bereich rund um die Schule gestaltet. Auf diesen ist ersichtlich, dass hier vermehrt hörbeeinträchtige Kinder und Erwachsene unterwegs sind. Wir haben versucht, sensibel und mit ansprechenden Bildern auf unsere besondere Situation aufmerksam zu machen“, betonen die PädagogInnen.

Für das Projekt „Giftige Pflanzen“ erhielt das Kinderhaus Strassenglerberg einen „Innovationspreis“. „Projekte, die sich mit diesem wichtigen Thema befassen, sind uns nämlich noch kaum untergekommen“, so Till. „Unser Kindergartenjahr besteht aus vier Waldwochen. Ein großer Teil davon ist, dass wir mit den Kindern besprechen welche Pflanzen und Früchte sie nicht pflücken und nicht essen dürfen“, erklärt das Kindergarten-Team.

Die Siegereinrichtungen freuten sich über ein Preisgeld sowie Urkunden und Goodie Bags, die ihnen feierlich überreicht wurden.

 

Die Landesräte über den Kinderunfallverhütungspreis:

LR Mag. Christopher Drexler:

„Wir müssen Betroffene zu Beteiligten machen. Das ist ein Satz der nur allzu oft und gerne in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet wird. Umso erfreulicher ist es, dass er im Fall des Unfallverhütungspreises den Kern der Sache trifft. Denn diejenigen, die mit Gefahren konfrontiert sind – wie es bei Kindern leider viel zu oft der Fall ist – sind dazu eingeladen, sich darüber Gedanken zu machen, wie sie ihren Alltag sicherer gestalten können. Damit werden gesundheitspolitische Ziele mit bildungspolitischen kombiniert und erreicht, dass Unfälle vermieden und konkrete Gefahren minimiert werden. Den Gewinnern der Kinderunfallverhütungspreise 2019 möchte ich herzlichst gratulieren und mich für ihren Beitrag zu mehr Sicherheit in unserer Gesellschaft bedanken.“

LRin Mag.a Ursula Lackner:

„Die eingereichten Projekte zeigen einmal mehr, dass der Kindergarten schon längst keine reine Spiel- und Betreuungsstätte mehr ist. Vielmehr stellt er genauso wie die Schule eine Bildungseinrichtung dar, in der Kinder das Fundament für ihren weiteren Lebensweg bauen. Das betrifft eben nicht nur geistige und soziale, sondern auch motorische Kompetenzen bis hin zum Bewusstsein für die Gefahren, die im Alltag lauern. Jedes einzelne Projekt kann kleine wie große Tragödien verhindern und sogar Leben retten!“

LR Anton Lang:

„30.000 steirische Kinder landen jährlich nach einem Unfall im Spital. Jeder Unfall ist dabei definitiv ein Unfall zu viel. Ich bin sehr froh darüber, dass der Kinderunfallverhütungspreis ins Leben gerufen wurde, denn die Kinder beschäftigen sich dabei mit potenziellen Gefahren und erarbeiten konkrete Lösungsvorschläge. So werden sie zu Verantwortung und Selbstständigkeit motiviert und können ihr Wissen auch an Freunde und Familie weitergeben.“

 

Mit freundlicher Unterstützung des Landes Steiermark

Ressorts Landesrat Mag. Christopher Drexler, Landesrätin Mag.a Ursula Lackner und Landesrat Anton Lang