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Global Road Safety Week: 5 km/h langsamer fahren = 25% weniger getötete FußgängerInnen!

Verkehrssicherheit ist ein zentrales Thema in der BÄRENBURG.

Pressemitteilung – 11. Mai 2017

 

Jährlich verunfallen in Österreich rund 1.100 Kinder als Fußgänger oder Radfahrer im Straßenverkehr. Viele der Kollisionen mit PKW & Co. könnten durch minimale Geschwindigkeitsreduktion verhindert werden. Im Rahmen der UN Global Road Safety Week, die heuer unter dem Motto „Slow Down – Safe Lives“ steht, organisiert der Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE bewusstseinsbildende Aktivitäten für Kinder und Erwachsene.



50 km/h – eine Geschwindigkeit, bei der die meisten AutofahrerInnen wohl behaupten würden, langsam zu fahren. Umso erschreckender die Tatsache, dass rund 70% der Kollisionen zwischen einem 50 km/h schnellen PKW und einem Fußgänger tödlich enden. „Werfen Sie zum Schutz unserer Kinder und anderer Verkehrsteilnehmer, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, öfters mal einen Blick auf den Tacho. Denn schon eine kaum merkliche Geschwindigkeitsreduktion um 5 km/h bewirkt 15% weniger verletzte und 25% weniger getötete Fußgänger“, appelliert Prof. Dr. Holger Till, Präsident des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE und Vorstand der Grazer Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie an alle AutolenkerInnen. Gerade in 30er Zonen, wie sie vor Schulen zu finden sind, halten sich LenkerInnen von Kraftfahrzeugen auffällig oft nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung.

 

Ablenkung als „boomender“ Risikofaktor
Neben überhöhter Geschwindigkeit steigt das Unfallrisiko im Straßenverkehr vor allem durch ablenkende Tätigkeiten gravierend an. Beschäftigt mit dem Handy oder dem Bedienen des Navis können 76% der LenkerInnen ihr Fahrzeug bei einer Geschwindigkeit zwischen 30 und 50 km/h vor einem plötzlich auftauchenden Hindernis nicht zum Stehen bringen. Eine Ablenkung von nur zwei Sekunden bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h verursacht einen um 28 Meter längeren Anhalteweg. Das Unfallrisiko ist beim Schreiben von Handynachrichten deshalb um das 8- bis 23-fache höher. Auch die Freisprecheinrichtung kann da nicht viel ausrichten: Wer beim Autofahren telefoniert, reagiert ähnlich langsam und schlecht wie bei 0,8 Promille Alkohol im Blut.

 

Kinder besonders stark gefährdet
Kinder schauen seltener Rechts-Links, laufen impulsiv über die Straße, sind motorisch unruhiger, folgen Personen oft ohne zu schauen und wählen den kürzesten Weg. Darüber hinaus ist das Gefahrenbewusstsein von Volksschulkindern noch auf den Augenblick reduziert. Sie können nur ad hoc erkennen: „Jetzt bin ich in Gefahr“. Das für die Verkehrssicherheit so wichtige vorausschauende Gefahrenbewusstsein ist erst mit 11 Jahren voll ausgebildet. Was kann man nun als Elternteil tun, um den Nachwuchs zu schützen? „Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass Telefonieren, WhatsAppen & Co. auch Fußgänger sehr stark ablenkt. Am besten sollte auf der Straße ganz darauf verzichtet werden“, rät Till. Auch Musikhören verhindert, dass die Ohren für Verkehrsgeräusche frei sind. Wenn Kinder in der Gruppe unterwegs sind, ist es wichtig, ihnen zu vermitteln, dass die Straße kein Spielplatz ist: Laufen, schubsen und spielen können zu gefährlichen Situationen führen. Die größte Verantwortung liegt jedoch bei den Erwachsenen: „Wenn Sie selbst ein Auto lenken, fahren Sie lieber etwas langsamer und verzichten Sie zum Schutz von Fußgängern und Radfahrern darauf, Ihr Handy oder das Navi zu bedienen. Wir sollten öfters an eine Grundregel aus der Fahrschule denken: Kinder sind vom Vertrauensgrundsatz ausgenommen – und verdienen unsere besondere Aufmerksamkeit!“

 

Weitere GROSSE SCHÜTZEN KLEINE SicherheitsTIPPS für den Straßenverkehr
• Planen Sie unbedingt ausreichend Zeit ein: Stress erhöht die Unfallgefahr!
• Für einen sicheren Schulweg sollten ggf. auch Umwege in Kauf genommen werden.
• Kinder sollten am Gehsteig immer möglichst weit innen gehen.
• An Ampeln und Zebrastreifen: Erklären Sie Ihrem Kind, dass es erst losgehen darf, wenn alle Fahrzeuge stehen!
• Erst nach der Radfahrprüfung bzw. ansonsten ab 12 Jahren darf Ihr Kind allein mit dem Fahrrad auf der Straße fahren.
• Denken Sie an die Helmpflicht bis 12 Jahre (und die dringende Helmempfehlung über dieses Alter hinaus) und an regelmäßige Fahrrad-Sicherheitschecks!

 

GROSSE SCHÜTZEN KLEINE Initiativen in der „Global Road Safety Week“
Kindersicherheit im Straßenverkehr zählt zu den Schwerpunkten in der Arbeit des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE. In der Global Road Safety Week von 8. – 14. Mai wird der Fokus mit zahlreichen Aktionen ganz auf dieses so wichtige Thema gelegt. Ein Auszug aus dem Programm:
• Verkehrserziehungsprojekt für die Volksschulen Kammern und Seegraben im KinderSicheren Bezirk Leoben
• Schwerpunktwoche Verkehrssicherheit im Kindersicherheitshaus BÄRENBURG am LKH-Univ. Klinikum Graz
• Fortbildung „Sicherheit im Straßenverkehr“ für steirische VolksschulpädagogInnen
• Vortrag für die DiplomsozialarbeiterInnen und die ARGE Flexible Hilfen im KinderSicheren Bezirk Voitsberg

 

Bilder der unterschiedlichen Aktionen im Rahmen der Global Road Safety Week:

Alles über die UN Global Road Safety Week