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Damit Silvester nicht ins Auge geht: (Kinder-)Sicherheitstipps fürs Feuerwerk

Achtung: Raketen können ordentlich ins Auge gehen!

Pressemitteilung – 6. Dezember 2019


Der „Tag des brandverletzten Kindes“ am 7. Dezember steht heuer unter dem Motto „Verknallt an Silvester!“ und rückt Unfallgefahren durch Feuerwerkskörper in den Mittelpunkt. Der Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE, die Augenklinik Graz und der Verein für brandverletzte Kinder Paulinchen geben die wichtigsten Sicherheitstipps, um speziell Kinder und Jugendliche vor schweren und bleibenden Verletzungen durch Raketen, Kracher & Co. zu schützen.

 

Vor allem Burschen zwischen 8 und 15 Jahren sind die Hochrisikogruppe für Unfälle mit Feuerwerkskörpern. Auf sie üben Raketen, Böller & Co. eine große Faszination aus. „Ältere Kinder und Jugendliche wissen allerdings oft nicht, wie man Feuerwerkskörper richtig und sicher abschießt – oder gehen bewusst leichtsinnig damit um. Ein absolutes Verbot bringt in der Pubertät und im Jugendalter bekanntermaßen wenig. Es macht die ganze Sache nur noch reizvoller. Deshalb plädieren wir dafür, Kindern ab 12 Jahren, die großes Interesse an Feuerwerkskörpern haben, das sichere Anzünden zu zeigen. Sie dürfen natürlich nur speziell für ihr Alter zugelassene Feuerwerksartikel der Klasse 1 abschießen und nur im Beisein Ihrer Eltern“, betont Univ.-Prof. Dr. Holger Till, Präsident des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE und Vorstand der Grazer Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie.

 

Die Folge von misslungenen Raketenabschüssen oder durch Reibung in den Hosentaschen entzündeten Böllern sind nicht nur schwere Verletzungen an Händen – auch Genitalien, Gesicht, Ohren und Augen sind häufig betroffen. An der Augenklinik Graz kommt es alljährlich rund um Silvester zu einem deutlichen Patientenanstieg. Zwischen 25 und 30 Verletzungen werden alleine in der Silvesternacht behandelt – von Fremdkörpern im Auge, über Verbrennungen bis hin zu augeneröffnenden Verletzungen ist hier alles dabei. Nicht selten führen Unfälle mit Feuerwerkskörpern sogar zum Verlust der Sehkraft. „Es ist eine traurige Tradition, dass zu Silvester schwere Augenverletzungen durch Feuerwerkskörper passieren die zu einer massiven Einschränkung der Sehkraft, bis hin zum Verlust eines Auges, führen. Erst im Vorjahr mussten wir einen Jugendlichen behandeln, der sich durch eine unerwartet früh zündende Feuerwerksbatterie so schwer am Auge verletzte, dass dieses nicht mehr zu retten war. Vor allem Kinder und Jugendliche sind sich der dramatischen Folgen für ihr ganzes weiteres Leben, von Einschränkungen beim Autofahren bis hin zur Berufswahl, nicht bewusst. Umso wichtiger sind Aufklärung und Vorbeugung“, betont Klinikvorstand Univ.-Prof. Dr. Andreas Wedrich.

 

Die wichtigsten Sicherheitstipps:

  • Kindern die Gefahren von Feuerwerkskörpern bewusst machen.
  • Kleine Kinder nie in die Nähe von Feuerwerkskörpern lassen. Älteren Kindern zeigen, wie man Feuerwerkskörper sicher abschießt.
  • Sich beim Anzünden niemals über den Feuerwerkskörper beugen.
  • Einen großen Sicherheitsabstand zum Feuerwerk einhalten.
  • Nur geprüftes Feuerwerk kaufen: Registrierungsnummer der BAM (0589) + CE-Zeichen
  • Böller niemals in Hosentaschen stecken, sie können sich durch Reibung entzünden.
  • Niemals Böller oder Raketen aus der Hand zünden.
  • Silvesterraketen kippsicher aufstellen und nicht von Balkonen oder Fenstern abschießen.
  • Raketen zu keiner Zeit auf Personen richten – Feuerwerk und Alkohol gehören nicht zusammen.
  • Feuerwerkskörper nie selbst basteln oder manipulieren.
  • Äste, Balkone oder andere Hindernisse dürfen nicht in der Flugbahn der Feuerwerkskörper sein.
  • Auf Wunderkerzen für die Kleinen, die sich bis zu 1.200 Grad erwärmen können, verzichten. Knicklichter oder LED-Leuchtstäbe sind genauso lustig.
  • Blindgänger niemals ein zweites Mal anzünden.
  • Funktioniert das Feuerwerk nicht, mindestens 15 Minuten warten und sich in dieser Zeit nicht nähern. Danach kann das Feuerwerk zum Beispiel in einen mit Wasser gefüllten Eimer gelegt und anschließend im Hausmüll entsorgt werden.
  • Das Abbrennen von Feuerwerk in geschlossenen Räumen ist streng verboten.
  • Besuchen Sie doch eine Feuerwerks-Veranstaltung anstatt selber zu „zündeln“ – das ist sicherer und schont nebenbei Umwelt und Geldbeutel.