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Damit die Schlittengaudi nicht im Spital endet: Rodel-Workshops gegen die unterschätzte Gefahr

© GROSSE SCHÜTZEN KLEINE

KinderSicherer Bezirk Leoben – Was wäre ein Kinderwinter ohne Bob fahren und rodeln? Wohl nur der halbe Spaß! Die Gefahr, die von den oft schwer steuerbaren Geräten ausgeht, wird jedoch unterschätzt. Jeden Winter müssen Kinder nach Unfällen mit Bob, Rutschteller oder Schlitten im Spital behandelt werden. Im Rahmen des Projekts „KinderSicherer Bezirk Leoben“ des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE übten Volksschulkinder aus der Region das richtige Verhalten auf der Rodelstrecke – unter Anleitung des Turn- und Sportvereins St. Stefan ob Leoben und der Bergrettung Leoben.

Die Mädchen und Buben der Volksschulen Pestalozzi Leoben und St. Stefan ob Leoben konnten in der Naturrodelbahn Weitental/St. Stefan ob Leoben ihre Rodel bzw. ihren Schlitten so richtig kennenlernen. Neben dem sicheren Verhalten auf einer Rodelbahn lernten die Kinder das richtige Lenken und Bremsen. Themen waren außerdem die optimale Schutzausrüstung (Stichwort Helmtragen) sowie die richtige Pflege des Rutschgerätes.

„Beim freien Rodeln auf der Naturbahn habe ich gleich die Kurventechnik eingesetzt“, so ein stolzer junger Teilnehmer. „Das Abschleifen der Kufen war zwar anstrengend, aber sehr wichtig. Danach ging der Schlitten besser“, ergänzt seine Klassenkollegin. Am Ende waren sich die Kinder jedenfalls einig: „Ohne Helm gehen wir nicht mehr Schlitten fahren“.

Judith Albrecht, Direktorin der Volksschule St. Stefan ob Leoben betont: „Wir sind sehr dankbar, dass ein solch wichtiger Workshop stattgefunden hat. Die Förderung von sicherer Bewegung in der Natur liegt uns sehr am Herzen. Dass es den Kindern Spaß gemacht hat, konnte man deutlich sehen“.

Die Idee zum Rodelworkshop stammte von Dr. Hans Peter Preglej, der als Oberarzt am LKH Hochsteiermark – Standort Leoben ob der unterschätzten Gefahr des Bobfahrens alarmiert war. Auch Univ.-Prof. Dr. Holger Till, Präsident des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE und Vorstand der Grazer Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie warnt: „Je eisiger und schneller die Rodelstrecke, desto schwieriger ist das Sportgerät zu lenken. Viele Kinder können nicht gleichzeitig lenken und bremsen. Hindernisse auf der Rodelstrecke, wie Bäume oder Autos auf querenden Straßen, können schwere Verletzungen verursachen“.

Veranstaltet wurde der Workshop vom Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE, dem St. Stefaner Bürgermeister Ronald Schlager, Rodelvereinsobmann Georg Antoniol und seinem Team sowie von der Bergrettung Leoben.

Schlager: „Die beiden Rodelworkshops waren ein interessantes Erlebnis. Es war schön zu sehen, mit welcher Begeisterung sich die SchülerInnen, aber auch die Lehrpersonen inmitten der wunderschönen Natur diesem Thema widmeten. Top war natürlich, dass die Kinder dem Workshop entsprechend bis hin zum Helm zu Hause ausgerüstet wurden. Das bestätigt mir  wieder den Grundsatz „Sicherheit fängt in der Familie an“. Als Bürgermeister war es mir eine große Freude so viele junge Sportbegeisterte auf unserer Naturrodelbahn begrüßen zu dürfen“.

 

GROSSE SCHÜTZEN KLEINE Sicherheitstipps für ein unfallfreies Rodelvergnügen:

  • Die perfekte Ausrüstung: Wintersporthelm, Handschuhe, hohe feste Schuhe
  • Für eine gute Pistenlage empfiehlt sich ein Bob mit tief liegendem Sitz!
  • Vorsicht bei schwer steuerbaren Geräten, die sehr schnell werden können (Snowtube, Rutschteller etc.).
  • Die optimale Rodelstrecke ist breit, nicht zu steil, ohne Hindernisse (Bäume, Zäune, keine querende Straße) und hat ausreichend Auslauf.
  • Kleine/unerfahrene Kinder nicht alleine rodeln lassen.